Lesemotive im VLB

Warum kaufen Menschen Bücher? Sie tun dies, weil sie ein bestimmtes Bedürfnis haben. Mit den Lesemotiven erreichen wir dabei Folgendes:

  • Durch die Lesemotive können wir Kundenbedürfnisse in der Positionierung und Vermarktung bewusst adressieren.
  • So schaffen wir Orientierung und Kaufimpulse beim Kunden, denn die kaufentscheidenden Bedürfnisse sind Kunden selbst meist gar nicht bewusst.
  • Besonders die Abwanderer, also Personen, die dauerhaft keine Bücher mehr kaufen, möchten sich beim Stöbern gerne inspirieren lassen. Allerdings können sie den eigentlichen Inhalt eines Buches oft nicht einschätzen. Die Zuordnung zu den Lesemotiven ist eine Hilfestellung für den Handel, um Titel, die ähnliche Bedürfnisse ansprechen, erkennen zu können und diese Titel dann entsprechend anbieten zu können.
  • Durch die Bedürfnisanalyse, welche den Lesemotiven zu Grunde liegt, lässt sich das Unbewusste bewusst ansprechen.
  • So bringen wir Ihre Titel mit dem „Bauchgefühl“ des Lesers zusammen und das wirkt verkaufsfördernd.

Bühne frei für die Lesemotive:

  • Auseinandersetzen
  • Eintauchen
  • Entdecken
  • Entspannen
  • Lachen
  • Leichtlesen
  • Nervenkitzeln
  • Optimieren
  • Orientieren
  • Verstehen

Die einzelnen Lesemotive ausführlich und im Detail finden Sie auf unserer Hilfeseite.

Ein Einführungsvideo in den Lesemotiv-Standard finden Sie auf dem Youtube-Kanal von MVB. Außerdem finden Sie hier auch ein Video zur Lesemotiv-Integration in das VLB.

Integration der Lesemotive im VLB

Im VLB ordnen wir allen Titeln automatisch ein Haupt-Lesemotiv und gegebenenfalls ein Neben-Lesemotiv zu (ausgenommen sind Kinderbücher und Schulbücher bis zum Lesealter von einschließlich elf Jahren sowie Geschenkbücher, weil die kaufende und die lesende Person bei diesen Titeln nicht identisch sind) – für diesen Service entstehen Ihnen keine Zusatzkosten.

Auf Basis der im VLB hinterlegten Metadaten stellt die Künstliche Intelligenz (KI) unseres Partners QualiFiction die Zuordnung der Lesemotive nach einem einheitlichen Prinzip sicher. Sie wurde von ausgewiesenen Branchenexpertinnen und ­-experten für die Lesemotive in einem mehrstufigen Validierungsprozess trainiert und entwickelt sich als lernendes System fortlaufend weiter.

Im Herbst 2021 wurden die „Lesemotive“ in das VLB eingebunden. In Ergänzung zu Warengruppen und Thema-Klassifikation eröffnet diese dritte Dimension der Kundenansprache unserer Branche neue Möglichkeiten bei der Vermarktung von Büchern.

FAQ und Hilfeseite

Um Ihnen die Antworten auf häufig gestellte Fragen zu geben, haben wir FAQ zusammengestellt. Außerdem erhalten Sie viele technische Details auf unserer Hilfeseite.

Generelle Informationen über den Lesemotive-Standard, seinen Ursprung in der Marktforschungsstudie „Buchkäufer – quo vadis?“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Ergebnisse der darauf aufbauenden Marktforschungsstudie „Bewusst unbewusst: Vom verborgenen Lesemotiv zum Kaufimpuls“ und das dazugehörige Beratungsangebot von MVB gibt es unter: www.lesemotive.de

Wie werden Bücher den Lesemotiven zugeordnet?

Grundlage des neuen Klassifikationsstandards ist die neurowissenschaftliche Marktforschungsstudie „Bewusst unbewusst: Vom verborgenen Lesemotiv zum Kaufimpuls“ der Gruppe Nymphenburg Consult. Daraus haben wir bei MVB die Lesemotive entwickelt.

  • Das VLB liefert auf allen Wegen (Benutzeroberfläche, Datenexporte, API-Schnittstelle) und für alle Titel fortlaufend aktualisierte Lesemotive und damit Informationen zu den adressierten Kundenbedürfnissen. Davon ausgenommen sind Kinderbücher und Schulbücher bis zum Lesealter von einschließlich elf Jahren sowie Geschenkbücher, weil die kaufende und die lesende Person bei diesen Titeln nicht identisch sind.
  • Jedes Buch erhält automatisch ein Haupt-Lesemotiv, gegebenenfalls wird zusätzlich ein Neben-Lesemotiv angezeigt. Dafür wertet die KI fortlaufend die Metadaten des VLB aus, so dass Anpassungen an bestehenden Titeln genauso wie Neumeldungen fortlaufend berücksichtigt werden. Umfassende und optimierte Metadaten zahlen sich also auch hier direkt aus.
  • Wichtig: Nur wenn die in den Metadaten im VLB hinterlegten Produktinformationen den Inhalt eines Buches korrekt beschreiben, wird die automatische Zuordnung des Lesemotivs als stimmig empfunden. Sollte das nicht der Fall sein, können Verlage in einem strukturierten Feedback-Prozess im Lesemotive-Browser eine Alternative vorschlagen. Die Ergebnisse solcher Prüfungen fließen in das kontinuierliche KI-Training ein – eine manuelle Anpassung der zugeordneten Lesemotive ist nicht möglich.

Wie werden die Lesemotive für Titel im VLB ermittelt?

Folgende Metadaten und Kategorien werden von der KI für die Ermittlung der Lesemotive berücksichtigt:

1. Elementare Metadaten

  • Thema-Inhalte und -Zusätze
  • Preise
  • Formate
  • Warengruppe
  • Umfang
  • Veröffentlichungsdatum
  • Zielgruppe/Lesealter
  • Bestseller-Referenzen
  • Titel-Semantik

2. Cover

  • Farbverteilung
  • erkannte Objekte, insb. Gesichter

3. Keywords

  • Semantik (Wort-Vektoren)
  • Performance-Indikatoren (Komparative, Superlative etc.)

4. Inhaltsangaben

  • Semantik (Wort-Vektoren)
  • Persönliche Ansprache
  • Jahreszahlen
  • lokale Entitäten

Überblick über die Vergabe von Lesemotiven im VLB

Empfindungen sind teilweise subjektiv und literarische Produkte sind vielschichtig. Daher lassen sich Empfindungen beim Lesen nicht immer starren Clustern zuordnen.

Diesem Umstand trägt die KI Rechnung und modelliert daher Wahrscheinlichkeiten mit der ein Lesemotive zu einem bestimmten Titel passt.

  1. Lesemotive lassen sich gut auf Basis von Metadaten vorhersagen! Denn Metadaten bieten aufgrund ihrer reichhaltigen Datenstruktur eine gute Basis dafür.
  2. Der Textinhalt besitzt in der Praxis die gleiche prädiktive Kraft - die Metadaten prägen zusätzlich die primäre Positionierung eines Buchs! Das Wissen um den Volltextinhalt verrät (abseits aller Metadaten) bereits die grundsätzliche Beheimatung eines Werks in der Leselandschaft. Außerdem schärfen Metadaten (Cover, Keywords) die Zielgruppenerwartung und schaffen/prägen Erwartungshaltung bei der Leserschaft.
  3. Ein probabilistischer Ansatz (Wahrscheinlichkeiten) bildet die Wirklichkeit und das Leseerlebnis am
    besten ab
    , da sie Subjektivität und/oder Vielschichtigkeit abbildet.